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Acceptée Genève Sécurité sociale, santé et prévoyance 19 mai 2019

Sanierung der Pensionskasse des Staates Genf (CPEG)

Am 19. Mai 2019 mussten die Genfer die gefährlich unterfinanzierte Pensionskasse des Staates (CPEG), die Vorsorgekasse der Beamten, retten. Ein seltener Fall: zwei konkurrierende, unvereinbare Gesetze lagen dem Volk vor — die 12404 des Staatsrats (Beitragsprimat) und die 12228 der…

Oui — 52.87% Non — 47.1%
L'enjeu de l'époque

Am 19. Mai 2019 mussten die Genfer die gefährlich unterfinanzierte Pensionskasse des Staates (CPEG), die Vorsorgekasse der Beamten, retten. Ein seltener Fall: zwei konkurrierende, unvereinbare Gesetze lagen dem Volk vor — die 12404 des Staatsrats (Beitragsprimat) und die 12228 der Linken und des MCG (Leistungsprimat).

Beide Vorlagen erzielten je eine Ja-Mehrheit (52,83 % für die 12228, 52,64 % für die 12404). Die Stichfrage entschied: 52,87 % gegen 47,13 % zugunsten der 12228. Die Linke obsiegte, gegen das Projekt der Regierung.

Der angenommene Text behält das Leistungsprimat (60 % des letzten Lohns), saniert die Kasse auf 75 % über eine sofortige Einlage von 500 Millionen und ein rückzahlbares Darlehen, und finanziert einen Teil der Renten aus Erträgen von Wohnungen, die auf vom Staat abgetretenem Bauland zu errichten sind.

Dieses Dossier vergleicht die Wahlkampfargumente mit den seither beobachteten Fakten. Wir prüfen ausschliesslich überprüfbare Versprechen und Befürchtungen: was die Sanierung der CPEG nach dem vom Volk gewählten Modell für den Kanton und seine Beamten tatsächlich auslöste.

Das Abstimmungsergebnis

▲ Gesetz 12228 — Leistungsprimat
In der Stichfrage zogen 52,87 % das Projekt der Linken und des MCG vor, das 60 % des letzten Lohns garantiert.
▼ Gesetz 12404 — Beitragsprimat
47,13 % unterstützten das Projekt des Staatsrats, als tragfähiger, aber für die Renten weniger schützend beurteilt.

Die beteiligten Akteure

Ungewöhnlich: beide Lager schlugen je ein Sanierungsgesetz vor. Es ging nicht um das « Ob », sondern um das « Wie » der Sanierung.

▲ Lager des Gesetzes 12228
SP, Grüne, Ensemble à Gauche (Urheber, Leistungsprimat)
MCG (entscheidender Zuschlag von rechts)
Gewerkschaften (SSP, SIT, CGAS) (Verteidigung der Beamtenrenten)
ASLOCA (Teil bezahlbarer Wohnraum)
▼ Lager des Gesetzes 12404
Staatsrat (Träger der Regierungsvorlage)
FDP, CVP, SVP (bürgerliche Regierung)
Arbeitgeberkreise (CCIG) (Beitragsprimat, als nachhaltig beurteilt)

Argumente und Bilanz

▲ Argumente FÜR Gesetz 12228 (Linke)
Die den Beamten versprochenen Renten sichern
« Die Staatsangestellten haben auf das Versprechen einer Rente einbezahlt: das Leistungsprimat garantiert 60 % des letzten Lohns », argumentierte die Linke.
✓ Versprechen gehalten
Mit ihrem Sieg hat die 12228 das Leistungsprimat erhalten. Das Rentenniveau der Genfer Beamten wurde abgesichert, wie von ihren Promotoren zugesagt.
Quellen: Le Temps, 20.05.2019; ge.ch (Abstimmung vom 19.05.2019).
Die Kasse durch Sanierung auf 75 % retten
« Eine Einlage von 500 Millionen und ein rückzahlbares Darlehen bringen die CPEG ohne soziale Brüche auf Bundesstandards », führten die Initianten an.
✓~ Eingeleitet, noch umzusetzen
Die Sanierung auf 75 % und die Finanzierung über auf abgetretenem Bauland zu errichtende Wohnungen wurden beschlossen. Die Mechanik läuft; ihr Erfolg hängt von der zeitlich gestreckten Realisierung dieser Wohnungen ab.
Quelle: CPEG, Informationsschreiben Juni 2019.
▼ Argumente FÜR Gesetz 12404 (Staatsrat)
Eine schwere Rechnung für Staat und Steuerzahler
« Die Leistungen zu garantieren wird Hunderte Millionen kosten, zulasten der Allgemeinheit », warnte das Regierungslager.
✓~ Teilweise bestätigt
Das Engagement des Staates ist tatsächlich erheblich: sofortige Einlage, Darlehen und Abtretung von Bauland. Die von den Gegnern angeprangerten Kosten für die Allgemeinheit sind real — über die Rückzahlungsdauer gestreckt.
Quelle: Begründung des Staatsrats.
Eine unsichere Immobilienfinanzierung
« Renten an künftige Wohnungserträge zu koppeln ist eine riskante Wette », warnte die Rechte.
✓~ Reales, aber beherrschtes Risiko
Das Modell hängt tatsächlich vom Bau von Wohnungen ab (namentlich im Praille-Acacias-Vernets), in langsamem Tempo. Das genannte Risiko besteht, auch wenn die sofortige Sanierung die Renten in der Zwischenzeit sichert.
Quelle: CCIG; Genfer Parlamentsdebatten.

Die Bilanz in Zahlen

Die Kasse wurde nach dem Modell der Linken gerettet; die gegen die Abstimmung eingereichten Beschwerden wurden von der Justiz abgewiesen, was das Ergebnis besiegelte.

52,87 %
für Gesetz 12228 in der Stichfrage — die Linke obsiegt
75 %
angestrebter Deckungsgrad der CPEG
500 Mio.
sofortige Einlage des Staates, ergänzt durch ein rückzahlbares Darlehen
60 %
des letzten Lohns für Rentner garantiert (Leistungsprimat)
Zu beachten — « Vorläufiger Sieg der Linken », titelte die Presse: das Volk zog den Schutz der Renten dem Regierungsmodell vor. Die nach der Abstimmung eingereichten Beschwerden wurden von der Justiz abgewiesen, und die CPEG leitete ihre Sanierung ein — eine in Milliarden bezifferte Rettung, die die Beamtenrenten erstmals an die Produktion von Wohnraum koppelt.
Analyse éditoriale
Conclusion

Die Abstimmung von 2019 bleibt ein Lehrstück Genfer Demokratie: zwei rivalisierende Sanierungsgesetze, je mehrheitsfähig, am Schluss allein durch die Stichfrage getrennt. Selten setzte sich das « Wie » so klar gegen das « Ob » durch.

Inhaltlich hielt die Linke ihr zentrales Versprechen: das Leistungsprimat ist gerettet, und mit ihm die Garantie von 60 % des letzten Lohns für die Beamten. Die lange unterfinanzierte Kasse begann ihre Aufholjagd.

Doch die Gegner lagen beim Preis nicht falsch: die Operation mobilisiert eine massive Einlage, ein Darlehen und die Abtretung von Bauland, mit einer an noch zu bauende Wohnungen gekoppelten Finanzierung. Die Immobilienwette muss über die Zeit erst gewonnen werden.

Fünf Jahre später wurden die Beschwerden weggewischt und die Sanierung läuft. Genf entschied sich, seine Renten zu garantieren, indem es auf den Backstein setzt — eine helvetische Eigenheit, deren Erfolg sich weniger an der Urne als auf den Baustellen des Kantons messen wird.