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Acceptée Fédéral Société, famille et égalité 05 juin 2005

Gesetz über die eingetragene Partnerschaft (gleichgeschlechtliche Paare)

Am 5. Juni 2005 nimmt das Schweizer Volk mit 58 % der Stimmen das Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare (PartG) an. Mit diesem Votum wird die Schweiz weltweit das erste Land, das einen rechtlichen Status für homosexuelle Paare…

Oui — 58% Non — 42%
Participation : 56.51%
L'enjeu de l'époque

Am 5. Juni 2005 nimmt das Schweizer Volk mit 58 % der Stimmen das Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare (PartG) an. Mit diesem Votum wird die Schweiz weltweit das erste Land, das einen rechtlichen Status für homosexuelle Paare auf dem Weg einer nationalen Volksabstimmung einführt.

Das vom Parlament am 18. Juni 2004 verabschiedete Gesetz schuf einen vom Ehe-Status verschiedenen Rahmen: Es gewährte gleichgeschlechtlichen Paaren Rechte bei Erbschaft, Steuern, Vorsorge und Aufenthalt, schloss aber Adoption und fortpflanzungsmedizinische Verfahren ausdrücklich aus. Konservative und religiöse Kreise, angeführt von der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU), ergreifen das Referendum.

Der Abstimmungskampf stellt zwei Lesarten gegenüber. Für das Ja-Lager ging es darum, eine rechtliche Diskriminierung zu beenden und zugleich eine massvolle, klar von der Ehe unterschiedene Lösung anzubieten. Für das Nein-Lager war diese « verkappte Ehe » ein erster Schritt zur Homo-Ehe und zur Adoption sowie eine Bedrohung der traditionellen Familie.

Die Beteiligung lag mit 56,5 % deutlich über dem damaligen Durchschnitt — ein Zeichen für die starke symbolische Aufladung des Urnengangs. Das Gesetz trat am 1. Januar 2007 in Kraft.

Methodischer Hinweis : Diese Fiche behandelt die Abstimmung faktisch und überparteilich. Die Verdikte beziehen sich ausschliesslich auf die überprüfbaren Wahlkampfargumente — also auf jene, die mit den seit der Abstimmung beobachteten Fakten abgeglichen werden können — und nicht auf den Urnengang selbst.
▲ Annehmende Kantone
Das Gesetz wurde in den Westschweizer Kantonen (Waadt, Genf, Neuenburg, Jura), in Basel-Stadt, Zürich und den meisten städtischen Kantonen breit angenommen, wo das Ja oft über 60 % lag.
▼ Ablehnende Kantone
Das Nein obsiegte in mehreren konservativ-katholischen Kantonen und in der Zentralschweiz (namentlich Appenzell Innerrhoden, Uri, Wallis und Tessin). Da es ein Referendum über ein Bundesgesetz war, war nur das Volksmehr erforderlich.

Akteure und Persönlichkeiten

▲ Ja-Lager
Bundesrat und Parlamentsmehrheit (am 18. Juni 2004 verabschiedetes Gesetz)
SP, Grüne, FDP und Liberale breite Unterstützung
Ein Teil der CVP gemässigte Unterstützung des Kompromisses
LGBT-Organisationen (Pink Cross, LOS) und Menschenrechtskreise
▼ Nein-Lager
Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) Urheberin des Referendums
Konservativer Flügel der SVP wichtigste politische Stütze
Evangelikale und konservativ-katholische Kreise grundsätzliche Opposition
Komitees « für Ehe und Familie » gegen einen als konkurrierend empfundenen Status
Bemerkenswert : Mit der Annahme dieses Status an der Urne wurde die Schweiz zur Vorreiterin: Kein anderes Land hatte zuvor eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft per nationaler Volksabstimmung eingeführt — anderswo entschieden dies die Parlamente.

Argumente und Verdikte

▲ Argumente DAFÜR (Ja-Lager)
Eine rechtliche Diskriminierung beenden
« Gleichgeschlechtliche Paare müssen einen rechtlichen Rahmen für Erbschaft, Steuern, Vorsorge und Aufenthalt erhalten. »
— Ja-Lager (SP, Grüne, LGBT-Organisationen), 2005
✓ Argument bestätigt
Das PartG trat am 1. Januar 2007 in Kraft und wurde von Tausenden Paaren genutzt, die die angestrebten konkreten Rechte (Erbschaft, zweite Säule, Familiennachzug) erhielten.
Quelle : Bund / arcinfo — « Die eingetragene Partnerschaft kommt an »
Den Alltag der Paare absichern
« Die Partnerschaft bringt greifbaren Schutz: medizinische Entscheide, Aufenthaltsrecht des ausländischen Partners, Vorsorge. »
— Ja-Lager, 2005
✓~ Teilweise bestätigt
Diese Rechte wurden gewährt, doch blieben Unterschiede zur Ehe bestehen: erleichterte Einbürgerung, Adoption und Fortpflanzungsmedizin blieben bis zu den Reformen von 2018 und 2021 ausgeschlossen.
Quelle : BJ — eingetragene Partnerschaft
Eine massvolle Lösung, die keine Ehe ist
« Dieser Status ist bewusst von der Ehe verschieden und schliesst die Adoption aus: Er stellt das Familienrecht nicht auf den Kopf. »
— Ja-Lager, 2005
✗~ Teilweise widerlegt
Als dauerhafter Ausgleichspunkt präsentiert, war das PartG nur eine Etappe. Die Stiefkindadoption kam 2018, dann die « Ehe für alle » — mit Adoption und Fortpflanzungsmedizin — 2021.
Quelle : Bundeskanzlei — Abstimmung vom 26. September 2021
▼ Argumente DAGEGEN (Nein-Lager)
Ein erster Schritt zur Homo-Ehe und zur Adoption
« Diese Partnerschaft ist nur eine Etappe: Sie ebnet zwangsläufig den Weg zur Homo-Ehe und zur Adoption. »
— Nein-Lager (EDU, konservative SVP), 2005
✓ Argument bestätigt
Die Voraussage traf ein: Die Stiefkindadoption wurde 2018 erlaubt, und die « Ehe für alle », inklusive Adoption und Zugang zur Fortpflanzungsmedizin, wurde am 26. September 2021 mit 64,1 % angenommen.
Quelle : Bundeskanzlei — « Ehe für alle » 2021
Eine Bedrohung für Ehe und traditionelle Familie
« Die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare schwäche die Institution Ehe und die Familie. »
— Nein-Lager, 2005
✗ Argument widerlegt
Kein solcher Effekt wurde dokumentiert. Die Entwicklung von Ehe und Geburtenzahl folgt eigenständigen Langzeittrends, ohne erwiesenen Zusammenhang mit der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare.
Quelle : BFS — Bevölkerungs- und Familienstatistik

Affiches de campagne (35)

Faktische Bilanz

2
Bestätigt
1
Teilw. bestätigt
1
Teilw. widerlegt
1
Widerlegt
Eine konkrete und genutzte rechtliche Anerkennung
Mit Inkrafttreten am 1. Januar 2007 gewährte das PartG gleichgeschlechtlichen Paaren reale Rechte bei Erbschaft, Vorsorge und Aufenthalt, die von Tausenden Paaren in Anspruch genommen wurden.
Quelle : Bund — eingetragene Partnerschaft
Keine Schwächung der traditionellen Ehe festgestellt
Die Befürchtung eines Zerfalls der Familie trat nicht ein: Entwicklungen von Ehe und Geburtenzahl beruhen auf Langzeittrends ohne erwiesenen Zusammenhang mit dem PartG.
Quelle : BFS — Familienstatistik
~
Eine Etappe, die zum Sprungbrett zur vollen Gleichstellung wurde
Als von der Ehe verschieden präsentiert, ebnete das PartG schliesslich den Weg: Stiefkindadoption 2018, dann « Ehe für alle » mit Adoption und Fortpflanzungsmedizin 2021 — was in diesem Punkt dem Nein-Lager recht gab.
Quelle : Bundeskanzlei — Abstimmung 2021
Analyse éditoriale
Conclusion

Die Abstimmung vom 5. Juni 2005 bleibt ein Meilenstein: Erstmals weltweit gewährte ein Volk gleichgeschlechtlichen Paaren direkt einen rechtlichen Status. Das klare Ergebnis — 58 % Ja bei hoher Beteiligung — verlieh dieser Anerkennung eine seltene demokratische Legitimität.

Im Rückblick hatten beide Lager teilweise recht. Das Ja-Lager erreichte sein Ziel: eine konkrete rechtliche Anerkennung, ohne dass sich die gegnerischen Ängste um die traditionelle Familie bewahrheiteten.

Doch das Nein-Lager hatte in einem zentralen Punkt richtig gesehen: Die Partnerschaft war nur eine Etappe. Die Stiefkindadoption (2018) und dann die « Ehe für alle » (2021), inklusive Adoption und Fortpflanzungsmedizin, setzten eine Dynamik fort, welche die Gegner vorausgesagt hatten.

Das Gesamturteil ist das einer grundlegenden Reform: Ihre unmittelbaren Vorteile wurden Wirklichkeit, ihre befürchteten Risiken blieben aus, und ihr langfristiger Verlauf bestätigte, dass sie der erste Schritt eines breiteren Weges zur Gleichstellung war.