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Acceptée Genève Sécurité sociale, santé et prévoyance 24 février 2008

Initiative « Passivrauchen und Gesundheit » — Rauchverbot in öffentlichen Räumen (Genf)

Am 24. Februar 2008 nahmen die Genfer die Initiative « Passivrauchen und Gesundheit » an, die das Rauchen in allen öffentlichen Räumen und Innenarbeitsplätzen untersagte — ohne die Möglichkeit von Raucherräumen, nach dem « irischen Modell ». Das Ja übertraf…

Oui — 79.2% Non — 20.8%
L'enjeu de l'époque

Am 24. Februar 2008 nahmen die Genfer die Initiative « Passivrauchen und Gesundheit » an, die das Rauchen in allen öffentlichen Räumen und Innenarbeitsplätzen untersagte — ohne die Möglichkeit von Raucherräumen, nach dem « irischen Modell ». Das Ja übertraf 79 % und stellte Genf an die Spitze der rauchfreien Kantone.

Die Umsetzung war jedoch alles andere als ruhig. Unter Zugzwang erliess die Exekutive eine Übergangsverordnung, die das Rauchen ab dem 1. Juli 2008 verbot; das Bundesgericht hob sie am 30. September 2008 als verfassungswidrig auf, und in den Genfer Beizen durfte wieder geraucht werden.

Erst am 22. Januar 2009 verabschiedete der Grosse Rat das Gesetz über das Rauchverbot in öffentlichen Räumen (LIF). Der Streit setzte sich danach um die Raucherräume und das künftige Bundesgesetz (in Kraft am 1. Mai 2010) fort, wobei Genf der kompromissloseste Kanton blieb.

Dieses Dossier vergleicht die Wahlkampfargumente mit den seither beobachteten Fakten. Wir prüfen ausschliesslich überprüfbare Versprechen und Befürchtungen: was das Rauchverbot in Genf tatsächlich bewirkte, einschliesslich der rechtlichen Umsetzung.

Das Abstimmungsergebnis

▲ Ja — Verbot
Über 79 % der Stimmenden befürworteten ein Rauchverbot ohne Raucherräume in öffentlichen Räumen und an Arbeitsplätzen.
▼ Nein — Status quo
Weniger als 21 % lehnten ab, aus Anhänglichkeit an die Freiheit der Betriebe oder aus Sorge um das Gastgewerbe.

Die beteiligten Akteure

Eine breite Gesundheitskoalition, die den Links-rechts-Graben übersprang, stand dem Gastgewerbe und den Verfechtern der individuellen Freiheit gegenüber.

▲ Ja-Lager
Ärzte und Gesundheitsverbände (Lungenliga, Krebsliga)
OxyRomandie / Westschweizer Koalition gegen Passivrauchen (treibende Kraft der Initiative)
Grosse Teile von Links und Rechts (überparteiliche Unterstützung)
▼ Nein-Lager
GastroSuisse und Wirte (Sorge um die Betriebe)
Wirtschaftskreise (gegen eine als zu starr empfundene Regel)
Verfechter der individuellen Freiheit

Argumente und Bilanz

▲ Argumente DAFÜR (Ja-Lager)
Die Gesundheit von Angestellten und Gästen schützen
« Niemand sollte zwischen Arbeitsplatz und Gesundheit wählen müssen: Passivrauchen tötet », hämmerte die Gesundheitskoalition.
✓ Versprechen gehalten
Das Verbot wurde mit dem LIF von 2009 Realität. Genf verbannte den Rauch dauerhaft aus geschlossenen öffentlichen Räumen und brachte den Kanton auf die Linie des gesundheitspolitischen Konsenses.
Quellen: RTS; Wikipedia (Tabakgesetzgebung in der Schweiz); LIF K 1 18.
Ein klares Modell, ohne Raucherräume
« Keine Ausnahmen, keine Fumoirs: eine einfache Regel wird befolgt », argumentierten die Initianten.
✓~ Teilweise erreicht
Das Modell « ohne Raucherräume » wurde aufgeweicht: das Bundesgesetz von 2010 erlaubte unbediente Fumoirs, und die Genfer Verfahren brachten zahllose Anpassungen. Die Reinheit des irischen Modells hielt nicht ganz.
Quelle: Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen (2010).
▼ Argumente DAGEGEN (Nein-Lager)
Ein harter Schlag für Bars und Restaurants
« Ohne Raucher verlieren die Cafés ihre Kundschaft, Stellen verschwinden », warnte die Branche.
✗~ Befürchtung weitgehend nicht bestätigt
Das Verbot setzte sich in der ganzen Schweiz durch, ohne Zusammenbruch des Gastgewerbes. Die für die Beizen angekündigte wirtschaftliche Apokalypse trat nicht ein.
Quelle: Verallgemeinerung der kantonalen Verbote (2008-2010).
Eine zu starre, schwer umsetzbare Regel
« Ein absolutes Verbot wird unhandhabbar und eine Quelle endloser Streitereien », mahnte das Nein-Lager.
✓~ Teilweise bestätigt
Hier behielten die Skeptiker recht: vom Bundesgericht aufgehobene Übergangsverordnung, Fumoir-Schlacht, juristisches Hin und Her. Die Umsetzung verlief tatsächlich mühsam.
Quelle: Bundesgerichtsurteil vom 30.09.2008; RTS.

Die Bilanz in Zahlen

Fünfzehn Jahre später hat der Rauch die öffentlichen Räume Genfs tatsächlich verlassen — doch der Weg dahin war ein juristischer Hindernislauf.

~79 %
Ja — Genf verbannt den Rauch aus öffentlichen Räumen
30.09.2008
das Bundesgericht hebt die voreilige Übergangsverordnung auf
22. Jan. 2009
der Grosse Rat verabschiedet das LIF-Gesetz
2012
Genf, einziger Kanton für ein strengeres Bundesverbot
Zu beachten — Am 23. September 2012 wurde die eidgenössische Initiative für einen verstärkten Schutz vor Passivrauchen in der Schweiz abgelehnt — Genf war der einzige Kanton, der sie annahm. Pionier von 2008, blieb der Kanton der strengste, selbst um den Preis, einem toleranteren Föderalismus gegenüber Raucherräumen isoliert gegenüberzustehen.
Analyse éditoriale
Conclusion

Das Ergebnis von 2008 — fast vier von fünf Genfern — markierte einen kulturellen Umschwung: die Zigarette, lange Königin der Beizen, wurde im geteilten Raum unerwünscht. Die Gesundheitskoalition gewann die Meinungsschlacht noch vor jener an der Urne.

Inhaltlich wurde das zentrale Versprechen gehalten: in geschlossenen öffentlichen Räumen wird nicht mehr geraucht. Die Befürchtung der Wirte bestätigte sich dagegen nicht: kein Beizensterben, die Branche passte sich an wie überall in der Schweiz.

Doch die Umsetzung gab den Skeptikern in einem Punkt recht: Aufhebung der Übergangsverordnung durch das Bundesgericht, Fumoir-Guerilla, fortlaufende Anpassungen. Wer zu schnell und zu hart wollte, häufte die Fehlstarts.

Fünfzehn Jahre später ist das Verbot derart in die Sitten übergegangen, dass es selbstverständlich wirkt. Bleibt die Ironie eines Pionierkantons, des strengsten der Schweiz, der sich mit einem milderen Bundesgesetz arrangieren musste als sein eigener Volkswille.