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Acceptée Vaud Économie, travail et fiscalité Environnement, climat et énergie 24 novembre 2002

Lausanner Metro m2 — Beteiligung des Kantons an der Finanzierung

Am 24. November 2002 nehmen die Waadtländer mit 62 % Ja das Dekret über die Beteiligung des Kantons an der Finanzierung der Lausanner Metro m2 zwischen Ouchy und Les Croisettes (Épalinges) an. Die Zustimmung erreicht 77 % in der Stadt…

Oui — 62% Non — 38%
L'enjeu de l'époque

Am 24. November 2002 nehmen die Waadtländer mit 62 % Ja das Dekret über die Beteiligung des Kantons an der Finanzierung der Lausanner Metro m2 zwischen Ouchy und Les Croisettes (Épalinges) an. Die Zustimmung erreicht 77 % in der Stadt Lausanne und 86 % in Épalinges, den beiden Endpunkten der künftigen Linie.

Zur Abstimmung stand nicht der Nutzen der Linie — unbestritten —, sondern der kantonale Finanzaufwand: 305 Millionen Franken bei damals geschätzten Kosten von rund 590 Millionen, wobei der Bund 70 Millionen beisteuerte. Die Debatte drehte sich um die Frage, ob ein mit 9 Milliarden verschuldeter Kanton eine solche Summe stemmen könne.

Am 18. September 2008 eingeweiht und am 27. Oktober 2008 in Betrieb genommen, wurde die m2 zur ersten vollautomatischen Metro der Schweiz. Mehr als zwanzig Jahre nach der Abstimmung stellt dieses Factsheet die Versprechen und Befürchtungen des Wahlkampfs den beobachteten Fakten gegenüber.

Methodischer Hinweis: Dieses Factsheet behandelt die Abstimmung sachlich und überparteilich. Die Bewertungen beziehen sich ausschliesslich auf überprüfbare Abstimmungsargumente — also auf solche, die sich an den seit der Abstimmung beobachteten Fakten messen lassen — und nicht auf das Abstimmungsergebnis selbst.
▲ Gesamtergebnis
Dekret mit 62 % Ja angenommen. Massive Zustimmung an beiden Linienenden: 77 % in Lausanne, 86 % in Épalinges. Kantonsbeteiligung von 305 Millionen Franken.
▼ Abstimmungskarte
Breite Zustimmung kantonsweit, ausgeprägter in der direkt betroffenen Agglomeration Lausanne. Die Aufschlüsselung nach Bezirken wird hier nicht wiedergegeben.

Akteure und Persönlichkeiten

▲ Ja-Lager
Waadtländer Staatsrat (Träger des Dekrets)
Stadt Lausanne und Agglomerationsgemeinden
Grosse Mehrheit der Parteien (SP, Grüne, Radikale, Liberale)
Regionale Wirtschaftskreise
Verkehrsbetriebe Lausanne (tl)
▼ Nein-Lager
Gegner, die das Projekt als « pharaonisch » bezeichneten
Befürworter eines Wiederaufbaus des Tramnetzes (als günstigere Alternative)
Stimmen, die vor der Kantonsverschuldung warnten (9 Milliarden Schulden)

Argumente und Bewertungen

▲ Argumente DAFÜR (Ja-Lager)
Ein strukturierendes Verkehrsmittel zur Entlastung der Agglomeration
« Die m2 wird dem öffentlichen Verkehr ein Rückgrat geben und den Verkehr in einer überlasteten Agglomeration entlasten. »
✓ Bestätigt
Die Verlagerung auf den ÖV war massiv: Die Frequenz übertraf alle Prognosen, und im Zentrum Lausannes wurde ein Rückgang des Autoverkehrs um rund 13 % verzeichnet, der dem neuen Angebot zugeschrieben wird. Die m2 wurde zum Rückgrat des Netzes.
Quelle: Le Temps; 24 heures; tl
Eine Nachfrage, welche die Investition rechtfertigt
« Die Nachfrage wird vorhanden sein und das Bauwerk rentabel machen. »
✓ Bestätigt
Die Ingenieure rechneten mit rund 23,8 Millionen Fahrgästen nach fünf Jahren. Die m2 beförderte bereits 2012 26,6 Millionen, 2018 31,5 Millionen und 2025 36,2 Millionen — die meistfrequentierte Linie ihres Netzes.
Quelle: Statistik / tl; Le Temps
Ein Projekt, das Lausanne verwandelt
« Die m2 wird den See mit den Anhöhen der Stadt verbinden und die Lausanner Mobilität neu zeichnen. »
✓ Bestätigt
Von Ouchy über den Bahnhof, das Flon und das CHUV bis zur Sallaz und Les Croisettes hat die m2 die Stadtentwicklung geprägt und gilt als erste vollautomatische Metro des Landes, auf der steilsten Steigung einer Adhäsionsmetro.
Quelle: 24 heures; kantonale Presse
▼ Argumente DAGEGEN (Nein-Lager)
Ein « pharaonisches » Projekt für einen verschuldeten Kanton
« Das Bauwerk ist zu teuer für einen mit 9 Milliarden verschuldeten Kanton; die Rechnung wird entgleisen. »
✗~ Teilweise widerlegt
Die Budgetangst war nicht grundlos: Die Endkosten überstiegen 730 Millionen gegenüber 590 geschätzten. Doch der Kanton trug die Last — seine Schulden gingen danach deutlich zurück —, und die Nutzungsintensität machte die m2 langfristig zu einer weitgehend amortisierten Investition.
Quelle: Wikipedia (Pressequellen); Kanton Waadt
Besser das Tram wiederaufbauen
« Ein Wiederaufbau des Tramnetzes wäre günstiger und ausreichend. »
✗ Widerlegt
Ein oberirdisches Tram hätte weder die Kapazität, noch das Tempo, noch die Höhenüberwindung der Metro geboten. Die rasche Überlastung der Linie zeigte, dass ein leistungsfähigeres Verkehrsmittel nötig war — bis hin zur Kapazitätserhöhung Ende der 2010er-Jahre.
Quelle: Le Temps; tl

Faktische Bilanz

4
Bestätigt
0
Teilweise bestätigt
1
Teilweise widerlegt
0
Widerlegt
Eine Frequenz weit über den Prognosen
Rund 23,8 Millionen Fahrgäste nach fünf Jahren erwartet; 26,6 Millionen bereits 2012, 36,2 Millionen 2025.
Eine reale Verkehrsverlagerung
Rückgang des Autoverkehrs um rund 13 % im Zentrum Lausannes, dem neuen Mobilitätsangebot zugeschrieben.
Eine technische Glanzleistung mit Referenzcharakter
Erste vollautomatische Metro der Schweiz, auf der steilsten Steigung einer Adhäsionsmetro; zuverlässiger Betrieb.
~
Endkosten über der Schätzung
Letztlich über 730 Millionen gegenüber den bei der Abstimmung genannten rund 590 Millionen.
Ein Erfolg, der eine Fortsetzung verlangt
Überlastung der Linie und Planung einer Kapazitätserhöhung sowie einer neuen Linie, der m3 (kantonales Engagement von 807 Millionen für m2 und m3).
Zu beachten: ausgelegt auf rund 25 Millionen Fahrgäste pro Jahr, beförderte die m2 2025 bereits über 36 Millionen. Als Opfer ihres Erfolgs zwang sie den Kanton, eine Kapazitätserhöhung und eine zweite Linie, die m3, zu planen.
Analyse éditoriale
Conclusion

Zwanzig Jahre später ist die Wette der m2 gewonnen. Das zentrale Versprechen des Ja-Lagers — ein strukturierendes Verkehrsmittel, das die Lausanner Mobilität verwandelt — wurde übertroffen: Rekordfrequenz, messbare Verkehrsverlagerung, ein Bauwerk, das zum Rückgrat des Netzes und zum technologischen Aushängeschild des Landes wurde.

Die Befürchtungen der Gegner waren nicht alle grundlos. Die Kosten entgleisten tatsächlich und überstiegen 730 Millionen statt der angekündigten 590 — ein Punkt für jene, die eine gesalzene Rechnung fürchteten. Doch das Schuldenargument verlor an Gewicht: Der Kanton trug die Ausgabe und sanierte in den Folgejahren seine Finanzen.

Die Tram-Alternative hat die Geschichte entschieden: Die rasche Überlastung bewies, dass ein leistungsstarkes Verkehrsmittel nötig war — so sehr, dass weniger als fünfzehn Jahre nach Eröffnung die Kapazität erhöht und eine neue Linie aufgegleist werden musste. Der einzige echte Vorwurf an die m2 ist, für ihren Erfolg zu klein gewesen zu sein.